Full text: Technik und Produktivität: Bemerkungen zum Produktivitätsproblem in Österreich.

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Die Haltung uer Arbeiter ist ara klarsten verstaendlich hn 
ibitter Einstellung zum Leistungslonn. Wenn ein System der 
Leistungsloehne neu eingefuehrt wird, ohne dass sonst etwas 
geaendert wird, dann steigt aie produictivitaet im wesentirchen 
durch intensivere Arbeit. Der Arbeiter wird uurch den Leistungslohn 
mehr verdienen als frueher, aber der Unternehmer auch - denn 
das bildet ja das Motiv fuer die Eini'uehrung des Leistungslohns. 
Uaraus ergibt sich, dass die Arbeiter nicht den geaamten Ertrag 
ihrer intensiveren Mehrarbeit einheimsen. Wenn nun gleichzeitig 
mit der Einfuehrung des Leistungslohns etwa Investionen etc 
vorgenoramen werden, braucht das nicht zu stimmen. Aber die * 
Angst der Arbeiter, uebervo:rteilt zu werden, ist dennoch da. 
Sie wird praktisch durch jede Neuorganisation geweckt, bei 
jeder Gelegenheit die Anlass zu Neuiestsetzung von Sollzeiten gibt, 
und technische Probleme der Lohntestset z ung und Arbeitsmtensitaet 
aufwirft. 
Es zei^gt sich also, dass die ProdUKtivitaetssteigeruug 
den staendig latenten Konflixt uer Interessen aktualisiert, 
weil sie das Problem «wie soll verteilt werden" jedesmal in 
konkreter Form neu aui'wiri’t. 
Diese Frage hat denn such in der IKampagne iuer 
hoehere porduktivitaet die groessten Schwiergkeiten bereitet. 
Ein Vorschlag geht dahin, jeaen Mehrertrag amkxSrtiHÄx as 
aus prodUKtivitaetserhoehung im Schlaessel 1;1;1 zwischen 
Unternehmer, Arbeitern und Verbraucher aufzuteilen. Es nimmt nicht 
,wunder, dass dieser Vorschlag auf Schwierigkeiten gestossen ist. 
Wenn ein Betrieb mxtx&x als ^olge aer Nationalisierung preis- 
abschlaege machen soll, was sagt das Kartell dazu? Und bei 
freiem markt, oder im "xport, ist doch die Preiserstellung von
	        

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