Full text: Theoretische Grundlagen des Marxismus

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Konsumtion zu verwenden. Die ubrigbleibenden 125 Mill. Mk. 
werden in Kapital verwandelt: das Steigen der Arbeits- 
kosten der Prodnktionsmittel um 25 Proz. erheiscbt eine 
zusatzliehe Kapitalansgabe fur die Herstellung des Sach- 
kapitals im Betrage von 100 Mill. Mk. (in der Produktion 
der ersten Phase waren als Sachkapital 250 4- 112 1 /2 + 37Va = 
400 Mill. Mk. angelegt), und das ebenso grofse prozentuale 
Steigen des Wertes der Konsumtionsmittel der Arbeiter, 
gleichzeitig mit dem Sinken der Reallohne um 10 Proz., 
fiihrt zur Erhohung des Lohnkapitals um 25 Mill. Mk. (das 
Lohnkapital der ersten Phase ist 125 4- 56^4 4- 18 3 /4 = 
200 Mill. Mk.*, hatten die Arbeiter auch nach der Zunahme 
des Arbeitswertes ihrer Konsumtionsmittel dieselbe Masse 
davon erhalten, so ware das Lohnkapital bis auf 250 Mill. Mk. 
gestiegen; da aber die realen Lohne der Arbeiter, unserer 
Voraussetzung gemafs, um 10 Proz. fallen, so beziffert sich 
das Lohnkapital in der zweiten Phase auf 225 Mill. Mk.) 
Die zweite Phase stellt die gesellschaftliche Produktion 
nach der stattgefundenen Verringerung der Arbeitsproduk 
tivitat dar. Der Wert des hi der zweiten Phase hergestellten 
gesellschaftlichen Produktes mufs den der ersten Phase um 
100 Mill. Mk. ubersteigen, da die Zahl der in der zweiten 
Phase beschaftigten Arbeiter der in der ersten gleich ist,' 
aber der Wert der in der Produktion der zweiten Phase 
angelegten Produktionsmittel um 100 Mill. Mk. zugenommen 
hat (dieser Wert mufs, der Arbeitswerttheorie gemafs, im 
Werte des hergestellten Produktes unverandert erscheinen). 
Der gesamte Produktenwert der zweiten Phase betragt also 
900 Mill. Mk. (800 der Wert des gesellschaftlichen Produktes 
der ersten Phase, + 100 die Zunahme des Wertes der 
Produktionsmittel der zweiten Phase). Der Wert des ge- 
samten Kapitals derselben Phase ist (277,8 4- 125 + 97,2) = 
500 Mill. Mk. Sachkapital und (125 4- 56,3 4- 43,7) = 225 Mill. 
Mk. Lohnkapital = 725 Mill. Mk. Der Profit der zweiten 
Phase ist 900 — 725 = 175 Mill. Mk. 
Die Profitrate der ersten Phase war = 33,3 Proz., 
die der zweiten — 
175 
725 
= 24,1 Proz. 
Sie ist also, 
trotz des 
Rlickganges der Reallohne, bedeutend gesunken. 
Wir haben also den von Marx untersuchten Fall der 
Verringerung der Profitrate vor uns. Bin ich etwa dazu 
gelangt, das Marxsche Gesetz begriindet zu haben, anstatt 
es zu widerlegen? 
Es ist gewifs nicht zu bestreiten, dafs unter gewissen 
Bedingungen die Erhohung der Zusammensetzung des ge 
sellschaftlichen Kapitals von dem Fallen der Profitrate 
begleitet wird. Welche sind aber diese Bedingungen? Das 
untersuchte Schema bezieht sich auf den Fall der Abnahme 
der Lohnquote des gesellschaftlichen Kapitals infolge der Ver 
ringerung der Arbeitsproduktivitat: die Erhohung der Zu 
sammensetzung des gesellschaftlichen Kapitals kann aber 
auch auf anderem Wege geschehen — namentlich durch die 
Erhohung der Arbeitsproduktivitat. Die Verbesserung der 
Technik fiihrt zur Vergrofserung des stehenden Kapitals 
(Maschinen, Werkzeuge u. a.), das in der Produktion an 
gelegt wird; da aber die Erhohung der Arbeitsproduktivitat 
in der Zunahme der Masse des durch den einzelnen Arbeiter 
verarbeiteten Rohmaterials ihren Ausdruck findet, so wird 
aus diesem Grunde auch das umlaufende Kapital im Ver- 
gleich mit dem Lohnkapital wachsen und das Lohnkapital 
wird zu einer immer kleineren Quote des gesamten gesell 
schaftlichen Kapitals. 
Auch diesen zweiten Fall der Erhohung der Zusammen 
setzung des gesellschaftlichen Kapitals werde ich mit Hilfe 
meiner Schemata analysieren. Der Prozefs beginnt offen- 
kundig mit der Herstellung der zusatzlichen Produktions 
mittel. Seine zweite Phase (welche ubrigens nur theoretisch 
von der dritten abzusondem ist , in der Wirklichkeit aber 
mit dieser letzten zusammenfallt), besteht in dem produk- 
tiven Verbrauch der erzeugten zusatzlichen Produktions 
mittel. In der dritten Phase kommt der Prozefs zum Ab- 
schlufs: die hinzugenommene Masse der hergestellten Pro- 
dukte ist in die gesellschaftliche Produktion und Konsumtion
	        

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